FPZ: Deutschland den Rücken stärken GmbH folgen

Better-In-Better-Out: Physiotherapeuten des bundesweiten FPZ Netzwerks unterstützen die Versorgung von Prostatakrebs-Patienten

Pressemitteilung   •   Sep 11, 2017 11:00 CEST

Pressekonferenz anlässlich des Vertrages zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten

Köln. Prostatakrebs ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nach wie vor die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Die BIG hat gemeinsam mit Ärzten, Physiotherapeuten und dem Hightech-Unternehmen Intuitive Surgical aus dem Silicon Valley (USA) ein bisher einmaliges Behandlungskonzept im Kampf gegen Prostatakrebs entwickelt. Die Lebensqualität der betroffenen Patienten soll dadurch deutlich verbessert werden. Die vier Partner stellten in der letzten Woche im Hause der BIG den Vertrag und den OP-Roboter da Vinci® der Öffentlichkeit vor.

Bei der Entfernung der Prostata fürchtet jeder Mann zwei mögliche Folgeerscheinungen: Impotenz und Inkontinenz. Um diese Risiken zu minimieren, haben Intuitive Surgical, das St. Antonius-Hospital in Gronau, die BIG und die FPZ GmbH einen innovativen Vertrag zur Integrierten Versorgung (IGV) erarbeitet. Das Konzept basiert auf der roboterassistierten, minimalinvasiven Chirurgie in Verbindung mit einer umfassenden fachärztlichen Vor- und Nachsorge. Kooperiert wird zudem mit Physiotherapeuten aus dem FPZ Netzwerk und die Behandlung wird digital unterstützt.

Idee und Vertragsinhalte

Der Vertrag nach § 140a SGB V (Besondere Versorgung) richtet sich an Versicherte der BIG, die an Prostatakrebs erkrankt sind und denen der Arzt die Entfernung der Prostata empfohlen hat. Ziel des Vertrages ist es, typische Nebenerscheinungen von Prostata-Operationen wie Inkontinenz und Impotenz, die auch mit großem technischem Fortschritt oft nicht zu vermeiden sind und massiv die Lebensqualität beeinflussen, zu minimieren. Die Patienten erhalten folgende zusätzliche medizinische Leistungen, die als Versorgungskette vor, während und nach dem Krankenhausaufenthalt erbracht werden:

  • Vor dem Krankenhausaufenthalt: Der Patient trainiert dreimal beim Physiotherapeuten in einem FPZ Rückenzentrum, um sich mithilfe eines speziell entwickelten Schließmuskeltrainings auf die Operation vorzubereiten. Hier wirkt das Better-In-Better-Out-Prinzip. Studien und Erfahrungen haben gezeigt, dass Patienten, die die betroffene Muskulatur vor einem Eingriff, der dieser Muskulatur Schaden zufügt, trainieren und aufbauen, nach der Operation eine schnellere Besserung der Begleiterscheinungen, wie z.B. Inkontinenz, erfahren. Der behandelnde Urologe und der Physiotherapeut gewährleisten eine strukturierte Beratung. Mit Unterstützung der App von Caspar-Health (Goreha GmbH) kann das notwendige Training intensiver und effektiver durchgeführt werden – auch zuhause.
  • Im Krankenhaus: Als zusätzliche Diagnostik werden verschiedene Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Der Eingriff wird von erfahrenen Operateuren unter Einsatz des da Vinci®-Chirurgie-Systems vorgenommen. Zudem wird stationär Physiotherapie eingesetzt, um die geschädigten Gewebe wieder aufzubauen.
  • Nach dem Krankenhausaufenthalt: Der Patient hat mindestens sechs, maximal zwölf Trainingseinheiten beim Physiotherapeuten in einem FPZ Rückenzentrum, um den Schließmuskel weiter zu stärken. Der behandelnde Urologe führt engmaschige Ultraschalluntersuchungen durch, um den Verlauf des Heilungsprozesses zu kontrollieren.


Ganzheitliches Therapiekonzept

Die Bedeutung der Physiotherapie im Rahmen des Vertrags hebt Dr. Michael Hollmann, wissenschaftlicher Leiter der FPZ GmbH, hervor: „Mit einer auf das Krankheitsbild und die Umstände der Operation spezialisierten physiotherapeutischen Betreuung des Patienten können wir die Nebenerscheinungen einer solchen Operation gut in den Griff bekommen. Insbesondere der Ansatz des „Better In – Better Out“ ist in diesem Vertrag ein großer Schritt. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass ein Aufbau der Muskulatur an den betroffenen Stellen vor einer Operation, einen klaren Vorsprung in der nachoperativen Versorgung verschafft.“


Hintergrund

Kernthema von FPZ ist eigentlich die Rückenschmerztherapie. In diesem Zusammenhang hat FPZ seit 1990 ein bundesweites Netzwerk von 250 FPZ Rückenzentren aufgebaut, in denen neben der FPZ Therapie zu einem Großteil auch physiotherapeutische Leistungen erbracht werden. Eine Kooperation zum Thema Rücken zwischen der BIG und FPZ bestand bereits. Daher lag es nahe, das große FPZ Netzwerk an Physiotherapeuten zu nutzen und die für den DaVinci-Vertrag benötigten physiotherapeutischen Leistungen, die nicht stationär stattfinden, darüber zu erbringen. Auch für Patienten außerhalb von Gronau soll so eine lückenlose physiotherapeutische Vor- und Nachbereitung der Operation möglich werden, und das mit möglichst kurzen Wegen.


Ausblick

„Diese Art der Behandlungskette ist für dieses Krankheitsbild einzigartig. Wir erhoffen uns davon eine deutliche Verbesserung der Behandlungs- und Lebensqualität – Stichwort Kontinenz und Potenz – für den Patienten“, sagt Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund. Wie erfolgreich diese Behandlungskette letztlich ist, wird nach vier Jahren unter Einbeziehung von klinischen und ökonomischen Daten wissenschaftlich evaluiert. Die entsprechende wissenschaftliche Einrichtung wird per Ausschreibung ermittelt.

Das Unternehmen FPZ erforscht, entwickelt und vermarktet wirksame Präventions- und Therapieprogramme zur individuellen Verbesserung der durch Bewegungsmangel verursachten Funktionsverluste und zur Steigerung der Lebensqualität von Menschen mit Rückenschmerzen.

Mit ihren kooperierenden Ärzten, Rückenzentren und Kostenträgern bildet die FPZ GmbH mit Zentralsitz in Köln ein bundesweites Netzwerk der Rückenexperten unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Dr. Frank Schifferdecker-Hoch. Bereits 1990 wurde mit der Entwicklung der analyse- und gerätegestützten Rückenschmerztherapie – FPZ Therapie – für Patienten mit chronischen oder wiederkehrenden Rücken- und/oder Nackenschmerzen begonnen. 1993 wurde das damalige Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ) gegründet. Die dort entwickelte, individuelle Therapie wird von Ärzten verordnet, von Therapeuten in FPZ Rückenzentren persönlich betreut und von aktuell mehr als 50 Kostenträgern erstattet. Das FPZ unterhält inzwischen eine einmalige Datenbank wissenschaftlicher Auswertungen zum Thema Rückenschmerz. // FPZ: Deutschland den Rücken stärken GmbH. GF: Dr. rer. soc. Frank Schifferdecker- Hoch. HRB 24453 Köln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Sammelbezeichnungen wie Ärzte, Mitarbeiter, Patienten, Wissenschaftler sind daher als geschlechtsneutral anzusehen.

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