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Dr. Thorsten Pilgrim (CareLutions) im Interview: Gesundheitssystem durch Digitalisierung zukunftssicher machen

Pressemitteilung   •   Nov 14, 2018 10:00 CET

Dr. Thorsten Pilgrim, Geschäftsführer der CareLutions GmbH

Telemedizin und digitale Therapiekurse gelten als die Zukunft im Gesundheitswesen. Vor allem als Lösungsanbieter bei Rücken- und Nackenschmerz vereint FPZ mit seinem hybriden Versorgungsmodell schon heute das Beste aus zwei Welten: eine hochwertige Präsenz-Therapie und digitale Gesundheitskurse für zu Hause und im Unternehmen. Die CareLutions GmbH aus Stuttgart ist im Gesamtkonstrukt ein wichtiger und unverzichtbarer Partner. Im Interview verrät ihr Geschäftsführer, Dr. Thorsten Pilgrim, mehr über die enge und spannende Zusammenarbeit.

Herr Dr. Pilgrim, stellen Sie sich doch bitte kurz unseren Lesern vor.

Gerne. Mein Name ist Thorsten Pilgrim. Ich lebe im Großraum Stuttgart, bin 49 Jahre jung, glücklich verheiratet und Vater von sechs Kindern. Von der ursprünglichen Ausbildung her, die ich in Tübingen und Stanford (Kalifornien) absolvierte, bin ich Humanmediziner. Im Anschluss an mein Studium durfte ich 5 Jahre lang eine Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin absolvieren. Seit 1998 bin ich allerdings in der Hauptsache unternehmerisch tätig und habe bisher vier Firmen gegründet.

Im Hinblick auf unseren Themenschwerpunkt: Was bestimmt heute Ihren beruflichen Alltag?

Alle meine Firmen existieren noch immer. Dafür bin ich sehr dankbar. Allerdings werden die ersten drei inzwischen von Fremdgeschäftsführern geführt, weil ich mich selbst zu 100 Prozent auf das Thema CareLutions konzentriere. Als Spezialist im Bereich der Vernetzung von digital-medizinischen und klassisch-medizinischen Ansätzen bieten wir Case Management Lösungen für Krankenversicherungen, integrierte Versorgungsprogramme für Pharmaunternehmen, BGM- & BEM-Programme für Unternehmen und eine individualisierte Patientenbetreuung für Versicherungen und Privatpersonen an.

Warum haben Sie CareLutions gegründet?

Die geburtenstarken Jahrgänge 1960 und folgende erhöhen langsam aber sicher den Druck auf unser Gesundheitssystem, da sie nach und nach altersbedingte, chronische Krankheiten ausbilden. Wenn wir das deutsche Gesundheitssystem weiterhin auf hohem Niveau halten und bezahlbar in die Zukunft führen wollen, dann muss es sich verändern. Wir müssen alle Ressourcen optimal ausnutzen und miteinander verbinden. Für mich als Arzt steht dabei vor allem eine Komponente im Vordergrund, nämlich digitale Möglichkeiten bestmöglich mit Vorort-Angeboten zu verknüpfen.

Dennoch ist der Umbau des Gesundheitssystems keine leichte Aufgabe. Wie wollen Sie das schaffen?

Vor allem nicht alleine. Ich habe mir mit Deutschlands größter privater Krankenversicherung, der Debeka, sowie der Süddeutschen Krankenversicherung starke Mitgesellschafter und Partner gesucht. Vor rund einem Jahr, genauer gesagt im April 2017, haben wir dann CareLutions gegründet. Der Zweck unseres Unternehmens ist es, die Möglichkeiten der digitalisierten Medizin tatsächlich in Anwendung zu bringen und dies mit ausgewählten Leistungserbringern vor Ort zu verknüpfen. So ist auch im Bereich "Muskeln und Gelenke" die Kooperation mit dem FPZ zustande gekommen, da hier eine geschlossene Kette höchstmöglicher Datenschutz- und Qualitätsstandards bis in jedes einzelne Therapiezentrum eingehalten wird. Im Übrigen hatte ich mit einer meiner anderen Firmen bereits beruflich mit dem FPZ und dessen Geschäftsführer Herrn Dr. Schifferdecker-Hoch zu tun und die Kölner standen von Anfang an auf meiner Wunschliste potenzieller CareLutions-Partner.

Warum die Zusammenarbeit mit privaten Versorgern?

Die PKV sieht sich als Innovationstreiber in einem dualen Gesundheitssystem. Diese Innovation kann die PKV sicherlich im digitalen Umfeld erreichen, denn hier lassen sich die notwendigen Prozesse mit viel weniger Bürokratie und damit geringerem Aufwand ein- und ausführen. Dabei helfen wir mit unseren Lösungen. Mit anderen Worten: Ist ein Programm evidenzbasiert und erscheint es medizinisch sinnvoll, dann können sie - davon die PKV sehr viel leichter als die GKV - überzeugen – denn es gibt deutlich weniger zeitraubende Genehmigungshürden. Das ist ein enormer Wettbewerbsvorteil für die PKV. Ein schönes Beispiel dafür ist der Diabetes-Chip und die damit mögliche, kontinuierliche, unblutige Blutzuckermessung. Die gesetzlichen Versorger dürfen das neuartige Glukose-Monitoring-System per Applikator und Sensor eigentlich nicht bezahlen, obwohl es das lästige Stechen in die Finger vermeidet. Privatpatienten dürfen sich dagegen vielfach auf die Übernahme der Kosten freuen. Viele GKVen sind mittlerweile nachgezogen, indem sie die Systeme in ihre Satzungsleistungen übernommen haben – aber der Innovationsmotor ist und war die PKV.

Wie darf ich mir als betroffener Patient Ihre Arbeit konkret vorstellen?

Wir verstehen uns als eine Art Architekt. Wir versuchen, das *Haus Gesundheit* für den Patienten so schön und angenehm wie nur möglich zu gestalten. Wir sind aber weder die Bewohner des Hauses noch treffen wir die Entscheidung, wie das Haus schlussendlich aussehen wird. Ebenso wenig sind wir die Erbauer des Gebäudes. Die Entscheidung, wer hier Hand anlegen darf, trifft einzig und allein der Patient. CareLutions berät und hilft dabei, den gesamten Bauprozess zu strukturieren und die besten Handwerker und Partner zu finden. Dies ist die Kernaufgabe unseres derzeitigen Teams aus 24 Mitarbeitern.

Schildern Sie uns doch bitte mal ein fiktives (Patienten)Beispiel. Welche Prozesse werden bei Ihnen und bei Ihren Partnern ausgelöst?

Gerne. Beispiel: Die Debeka Krankenversicherung setzt ein neues Programm zum Thema Rücken auf. Dafür können sich Versicherte von sich aus melden oder werden von der Debeka informiert und auf das Programm aufmerksam gemacht. Letztere Probanden leiden beispielsweise schon länger an Rückenschmerzen und/oder nehmen über einen längeren Zeitraum starke Medikamente ein. Nach dem Unterzeichnen einer Datenfreigabe erhält CareLutions auch die Patientendaten für Ulrike S. Uns fällt auf, dass Frau S. ziemlich orientierungslos im Gesundheitssystem herumirrt bzw. herumgereicht wird. So rät ihr beispielsweise ein Orthopäde dringend zur Versteifung des Rückens und hat auch gleich den entsprechenden OP-Termin für sie eingetragen, während sein Kollege eher zu Schmerzspritzen rät und ein dritter Facharzt die lebenslange Physiotherapie bevorzugt; 10 Einheiten schreibt er gleich auf und mahnt im Anschluss zum lebenslangen Besuch eines Fitnessstudios. In solch einem Fall greifen wir alle drei Meinungen auf und führen zunächst ein ausführliches Assessment mit Frau S. durch. Dabei spielt nicht nur ihr Rücken eine Rolle, sondern alle beruflichen, privaten und gesundheitlichen Lebensbereiche werden beleuchtet.

Was folgt dann?

Danach folgt das Shared Decision-Making (SDM), eine aus den USA bekannte Art professioneller Patienten-Interaktion, bei der beide Partner aktiv und verantwortungsbewusst handeln. De facto erklären wir Frau S., dass wir sie nun wirklich gut kennen und zeigen ihr aufgrund dieser Kenntnisse die individuellen Vor- und Nachteile jeder der drei oben erwähnten Methoden auf. Im Anschluss daran entscheidet sie sich dann z.B. für die Schmerztherapie per Injektion. Wir unterstützen sie nun tatkräftig dabei, den besten Schmerztherapeuten zu finden. Das Besondere an CareLutions ist: Wenn Frau S. mit der Therapie durch ist, sind wir immer noch für sie da. So helfen wir ihr beispielsweise dabei, dass sie nicht abhängig von den Schmerzmitteln wird. Und vergleichbar unterstützend würden wir auch vorgehen, hätte sich Ulrike S. für eine der anderen Methoden entschieden.

Sie haben im o.g. Beispiel drei Behandlungs- und Therapiemethoden angesprochen. Welche verspricht Ihrer Meinung nach die besten Ergebnisse?

Sofern es keine begleitenden schweren Erkrankungen oder Anzeichen solcher gibt (Fachbegriff: Red- und Yellow-Flags), erzielen wir mit der Physiotherapie unserer Meinung nach den besten Patientennutzen. Dies bestätigen auch die zahlreichen FPZ Studien zum Thema. Die Patienten sind mit der FPZ Therapie relativ schnell schmerzfrei(er) und fühlen sich wohler und stärker. Uns obliegt anschließend die Aufgabe, dass die Patienten die Trainings auch in ihren Alltag integrieren. Dazu setzen wir jetzt in Abstimmung mit dem FPZ auch auf Apps. So lernt der Patient, seine Rückenstärkung als Teil seines Lebens zu begreifen. Konkret haben wir uns aktuell für die Kaia Medizin-App entschieden.

In diesem Zusammenhang interessiert unsere Leser sicherlich das Thema Datenschutz? Haben Sie als CareLutions Zugriff auf die Daten aus der App?

Nein, ebenso wenig wie auf die Patientendaten aus den FPZ Zentren. Der Patient kann aber frei entscheiden, ob er uns seine Daten über eine rechtskonforme Schnittstelle doch zur Verfügung stellen möchte oder nicht. Diese Methode gilt übrigens für unsere gesamte Betreuung: Die Entscheidung, was mit seinen Daten passiert, trifft immer der Patient allein. Wir haben keinen automatisierten Zugriff auf die Daten und auf gar keinen Fall spielen wir seine Daten ohne seinen Wunsch an den Krankenversicherer, Arbeitgeber oder sonstigen Auftraggeber zurück.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich bedanke mich für das Interview und Ihre Zeit.

Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit.

Das Interview führte Peter Laaks. Der freie Journalist mit eigenem Pressebüro in Essen schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien im Bereich HealthCare und Wirtschaft. Außerdem unterstützt er Unternehmen bei ihrer Presse- und Medienarbeit, u.a. das Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ GmbH). E-Mail: redaktion@pressebuero-laaks.de.


Das Unternehmen FPZ erforscht, entwickelt und vermarktet wirksame Präventions- und Therapieprogramme zur individuellen Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Schmerzen im Bereich des Bewegungssystems.

Mit ihren kooperierenden Ärzten, Therapiezentren und Kostenträgern bildet die FPZ GmbH mit Zentralsitz in Köln ein bundesweites Netzwerk unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Dr. Frank Schifferdecker-Hoch. Bereits 1990 wurde mit der Entwicklung der analyse- und gerätegestützten Rückenschmerztherapie – FPZ Therapie – für Patienten mit chronischen oder wiederkehrenden Rücken- und/oder Nackenschmerzen begonnen. 1993 wurde das damalige Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ) gegründet. Die dort entwickelte, individuelle Therapie wird von Ärzten verordnet, von Therapeuten in FPZ Therapiezentren persönlich betreut und von aktuell mehr als 50 Kostenträgern erstattet. Das FPZ unterhält inzwischen eine einmalige Datenbank wissenschaftlicher Auswertungen zum Thema Rückenschmerz. // FPZ GmbH. GF: Dr. rer. soc. Frank Schifferdecker- Hoch. HRB 24453 Köln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Sammelbezeichnungen wie Ärzte, Mitarbeiter, Patienten, Wissenschaftler sind daher als geschlechtsneutral anzusehen.

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