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FPZ Interview: Gemeinsam stärker - GMKT Vorstandsmitglied Bernhard Dregger zur Kooperation mit FPZ

Pressemitteilung   •   Okt 17, 2018 10:20 CEST

Bernhard Dregger - GMKT-Vorstandsmitglied und Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin mit eigener Praxis in Bonn

Das Gesundheitswesen verändert sich rasant. Zeit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, Grabenkämpfe zu beenden und das Ganze in eine historische Chance für alle Beteiligten zu wandeln: FPZ GmbH und die Gesellschaft für Medizinische Kräftigungstherapie (GMKT) kooperieren. Im Interview spricht GMKT-Vorstandsmitglied Bernhard Dregger über die gerade abgeschlossene Vereinbarung. Außerdem ist der Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin mit eigener Praxis in Bonn einer der ersten Ärzte, der beide Therapien, die eigene MedX und die FPZ Therapie, anbietet.

Herr Dregger, 2016 nahm der FPZ Geschäftsführer Dr. Frank Schifferdecker-Hoch den Kontakt zur GMKT wieder auf. Er unterbreitete Ihnen den Vorschlag zu kooperieren. Welche Erinnerungen haben Sie an diesen Moment?

Natürlich die schönsten meines Lebens. Nein Spaß beiseite, zur Beantwortung Ihrer Frage muss ich ein bisschen ausholen. Ich bin seit ca. zehn Jahren Vorstandsmitglied der GMKT. Aus meiner Sicht ist es ein ganz toller Verein, eine Familie aus lauter Kolleginnen und Kollegen. Wir alle führen die gleiche medizinische Kräftigungstherapie am MedX System durch. Einige Kollegen sind erst relativ kurz dabei, andere schon sehr lange. Die Kollegen, die von Beginn an aktiv dabei waren, hatten schon damals einen Annährungsversuch Richtung FPZ unternommen. Doch zwischen der damaligen FPZ Geschäftsführung und den GMKT-Vertretern war keine Einigung zu erzielen. Es gab wohl Animositäten auf beiden Seiten.“

Warum gibt es die jetzt offensichtlich nicht mehr?

Es ist Dr. Schifferdecker-Hoch besonders hoch anzurechnen, dass er den neuen Versuch gestartet hat. Das Kennenlernen in Köln haben mein Kollege Zoran Stojanovic von MedAix in Aachen und ich noch gut in Erinnerung. Übrigens haben die Aachener ja bereits ihre eigenen Erfahrungen mit FPZ sammeln können, da sie aufgrund von Besonderheiten in ihren Zentren schon einige Jahre beides anbieten. Auf jeden Fall haben wir schnell gemerkt, dass Dr. Schifferdecker-Hoch einer von uns ist. Er verfolgt die gleichen Ziele, hat die gleichen Prinzipien wie wir. Schnell war klar, wir alle schwimmen auf derselben Welle und wollen das Gleiche erreichen. Die Frage stand also ganz selbstverständlich im Raum: Warum tun wir uns nicht zusammen?

Wie gingen die Gespräche im Anschluss weiter?

Erst einmal ging es darum, festzustellen, was wir als GMKT an unserem Trainingskonzept ändern sollten; dies wäre für uns sicherlich der kritischste Punkt gewesen. Unser Konzept unterscheidet sich ja schon von der FPZ Therapie.

Beschreiben Sie bitte kurz die Unterschiede der Therapien aus Ihrer Sicht.

Ich bin natürlich jetzt nicht so sehr mit der FPZ Therapie vertraut, wie ein langjähriger FPZ Therapeut, ich weiß aber, dass in alle Richtungen getestet und auch trainiert wird: Vorneigung, Rückneigung, dann die Rotation und auch die Seitneigung. Während hingegen das MedX System auf ein gezieltes Training der tiefen Streckmuskelschichten in der Rückenmuskulatur abzielt und damit Streckung und Beugung trainiert. Dies geschieht zunächst mal an den Therapiemaschinen, wobei Seitneigung und Rotation wiederum in den begleitenden Trainingsgeräten berücksichtigt werden; also im ergänzenden Therapieprogramm. Die Therapiemaschinen selbst helfen beim Training durch die Flexions-Extensions-Bewegung und isolieren die tiefen Rückenstrecker. Gemessen wird über den gesamten Bewegungsumfang und nicht wie bei den FPZ Geräten punktuell.

Kommen wir zurück zu den Verhandlungen. Wie gingen diese weiter?

Wir waren uns im Verein schnell einig. Motto: Jetzt passt das. Und dann kam es noch viel besser, denn Dr. Schifferdecker-Hoch überraschte uns damit, dass wir unser Trainingskonzept unverändert lassen können. Beide Seiten sind bemüht, das Ganze so zusammenzuführen, dass das Trainingskonzept MedX Therapie erhalten werden kann. Es hat sich schließlich über einen sehr langen Zeitraum von mehr als 30 Jahren bewährt.

Wie hat denn der restliche GMKT Vorstand bezüglich der Kooperation reagiert?

Es hat sich keiner dagegen gesperrt. Wir „Späher“ konnten den Vorstand sehr leicht überzeugen. Alle waren unter den gebotenen Konditionen wie auch den finanziellen Bedingungen direkt einverstanden, dass wir da als GMKT mitmachen.

Was passierte dann im Anschluss?

Dr. Frank Schifferdecker-Hoch und sein Team haben sich dann bei den entsprechenden Stellen, die zustimmen mussten, insbesondere den Kostenträgern, für die Kooperation stark gemacht und sie letztendlich durchgeboxt. Wir müssen tatsächlich nichts abändern. Insofern können wir jetzt unsere normale MedX Therapie im Rahmen von integrierten Versorgungsverträgen anwenden, etwa dem ProRücken Programm der Barmer.

Was sagen die GMKT Mitglieder?

Sie sind ebenfalls angetan. Die meisten Kollegen im Vorstand und auch die Mitglieder sind ja ärztliche Kollegen, wobei wir auch einige Therapeuten unter uns haben. Die ärztlichen Kollegen jedenfalls, und das mag ein kleiner Unterschied zum FPZ sein, betreiben ihre eigene medizinische Kräftigungstherapie am MedX System, welche in diesem Fall eine ärztliche Leistung ist.

Ihre Mitglieder profitieren also unterschiedlich durch die Kooperation?

Ja schon. Im Rahmen des integrierten Versorgungsvertrages entstehen letztendlich zwei Gruppen. Zum einen die Ärzte, die als sogenannte FPZ zertifizierte Ärzte Patienten in die Therapie einschreiben können und zum anderen die Therapiezentren. Die Entscheidung, ob sich ein Mitglied der GMKT daran beteiligen möchte, liegt bei jedem Mitglied selbst. Ich selbst bin mit meinem Zentrum in Bonn jetzt mal der Vorreiter und gebe den Kolleginnen und Kollegen gerne Tipps.

Welche Erfahrungswerte konnten Sie schon mit FPZ sammeln?

Zum Zeitpunkt dieses Interviews habe ich bereits über 20 Patienten eingeschrieben. Die Zusammenarbeit mit dem FPZ Team ist ein Traum. Alle sind exzellent vorbereitet und der Service wird großgeschrieben. Ich werde sofort zurückgerufen, falls ich mal eine Frage habe. Das mag jetzt ein bisschen wie Lobhudelei klingen, aber ein so herzliches und gleichzeitig professionell aufgestelltes Team habe ich selten erlebt.

Zurück zu Ihren Mitstreitern: Was tun Sie als Vorstand, um die Mitglieder tatsächlich zur Vertragsunterzeichnung zu motivieren.

Die Maschinerie rollt gerade erst so richtig an. Der offizielle Start bei uns in Bonn war am 01. Juli. Auf der nächsten Vorstandssitzung der GMKT wird das Ganze wohl das wichtigste Thema sein. Ich werde von meinen Vorstandskollegen befragt werden, wie die bisherigen Erfahrungen sind. Dieses Interview hier würden wir zum Beispiel, natürlich mit Ihrer und der Genehmigung vom FPZ, gerne an unsere Mitglieder weitergeben. Das wäre ein wichtiger Punkt unserer Kommunikationsstrategie.

Gerne. Geben Sie uns doch bitte Ihre ganz persönliche Prognose ab. Wie viele Mitglieder werden auf den FPZ Zug aufspringen?

Oh, da muss ich für andere sprechen, das ist ein schwieriges Unterfangen. Ich hoffe jedoch, dass eine große Anzahl derjenigen Mitglieder, die mit gesetzlich versicherten Patienten zu tun haben, ihre Ärzteschaft überzeugt bekommen und dann auch mitmachen werden. Also bei 120 Mitgliedsbetrieben in Deutschland hoffe ich auf einen guten Prozentsatz. Eine konkrete Zahl kann und möchte ich nicht nennen, sonst werde ich später danach bemessen. Nur so viel, ein Kollege im Süden hat keine Kassenzulassung und kommt pro Tag auf bis zu 120 Trainingssitzungen. Er hat Wartezeiten, selbst für den Eingangstest, von drei bis vier Monaten. Solch ein Kollege hat es natürlich gar nicht nötig, ein zusätzliches Kassenangebot einzuführen. Es werden also wohl nicht alle mitmachen. Hier wiederhole ich mich gerne, letztlich muss es jeder selbst entscheiden

Sie haben sich entschieden. Was hat sich geändert?

Wir sind ein kassenärztlicher Betrieb und mussten diejenigen Patienten, die nicht privat versichert sind, trotzdem aber die MedX Therapie machen wollten, bisher immer darauf hinweisen, dass es sich dabei um eine IGeL, also eine individuelle Gesundheitsleistung handelt, die sie selbst bezahlen müssen. Bei vielen brauchen wir das jetzt nicht mehr zu tun, etwa die Versicherten der Barmer und der BKKn. Diese Patienten sind jetzt richtig happy.

Was wünschen Sie sich für die nahe Zukunft beider Therapien?

Dass die MedX Therapie und die FPZ Therapie unter einem Dach praktisch die optimale Lösung für Rückenschmerzpatienten darstellen. Dass wir hier nochmal neuen Schwung in diese Art der Therapie hineinbringen können und dass es daher auch zu einer höheren Akzeptanz in Deutschland und Europa kommen wird. Außerdem stellen wir gemeinsam einen wichtigen Gegenpol zu vielen Hokuspokus-Ansätzen des Gesundheitsmarktes dar. Und wer weiß, vielleicht finden wir ja in Zukunft zu weiteren gemeinsamen Lösungen. Aktuell sind es zwei unterschiedliche Systeme, deren Vertreter jetzt erst einmal an einem Strang ziehen.

Ich möchte zum Schluss noch auf ein anderes Thema kommen. Die Digitalisierung wirkt an vielen Stellen des Gesundheitsmarktes disruptiv. Genau hier zählt das FPZ zu den Vorreitern der Branche und ist damit bestens für die Zukunft gerüstet. Welche Rolle hat diese Tatsache im Entscheidungsprozess der GMKT gespielt?

Die Digitalisierung ist natürlich ein weiteres, wichtiges Feld. Ich spreche hier jetzt nicht als MedX'ler oder als GMKT Vorstandsmitglied, sondern als jemand, der mit gesetzlich versicherten Patienten zu tun hat. In das FPZ Portal einzusteigen und dort die Möglichkeiten nutzen zu dürfen, Patienten einzuschreiben, kommt mir immer noch so vor wie eine schöne neue Welt. Ein Online-Programm, in dem Patientendaten eingetragen werden, die sofort an anderer Stelle gesehen, verarbeitet und abgeprüft werden, das stellt möglicherweise die Zukunft dar. Es erfordert etwas Übung, denn am Anfang haben wir für solch einen Einschreibungsprozess 60 Minuten gebraucht, jetzt schaffen wir das schon unter 15 Minuten. Und zusätzlich ist für den kompletten Datenschutz gesorgt. Toll, wenngleich das Ganze für mich persönlich immer noch Zukunftsmusik ist, die aber langsam ausklingt.

Herr Dregger, ich bedanke mich für das informative und sehr offene Gespräch und wünsche Ihnen und der GMKT viel Erfolg mit MedX und FPZ.

Ich bedanke mich für Ihre Zeit und die Fragen.

Das Interview führte Peter Laaks. Der freie Journalist mit eigenem Pressebüro in Essen schreibt für verschiedene Print- und Online-Medien im Bereich HealthCare und Wirtschaft. Außerdem unterstützt er Unternehmen bei ihrer Presse- und Medienarbeit, u.a. das Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ GmbH). E-Mail: redaktion@pressebuero-laaks.de.

Das Unternehmen FPZ erforscht, entwickelt und vermarktet wirksame Präventions- und Therapieprogramme zur individuellen Verbesserung der durch Bewegungsmangel verursachten Funktionsverluste und zur Steigerung der Lebensqualität von Menschen mit Rückenschmerzen.

Mit ihren kooperierenden Ärzten, Rückenzentren und Kostenträgern bildet die FPZ GmbH mit Zentralsitz in Köln ein bundesweites Netzwerk der Rückenexperten unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Dr. Frank Schifferdecker-Hoch. Bereits 1990 wurde mit der Entwicklung der analyse- und gerätegestützten Rückenschmerztherapie – FPZ Therapie – für Patienten mit chronischen oder wiederkehrenden Rücken- und/oder Nackenschmerzen begonnen. 1993 wurde das damalige Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ) gegründet. Die dort entwickelte, individuelle Therapie wird von Ärzten verordnet, von Therapeuten in FPZ Rückenzentren persönlich betreut und von aktuell mehr als 50 Kostenträgern erstattet. Das FPZ unterhält inzwischen eine einmalige Datenbank wissenschaftlicher Auswertungen zum Thema Rückenschmerz. // FPZ GmbH. GF: Dr. rer. soc. Frank Schifferdecker- Hoch. HRB 24453 Köln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Sammelbezeichnungen wie Ärzte, Mitarbeiter, Patienten, Wissenschaftler sind daher als geschlechtsneutral anzusehen.

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