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Zweitmeinungsverfahren bei Rücken-OPs: FPZ Studie belegt Wirkung konservativer Alternative

Pressemitteilung   •   Mai 08, 2018 11:00 CEST

Eine zweite ärztliche Meinung führt oft zu passenderen Therapiemaßnahmen und damit zu einem besseren Therapieergebnis.

Die steigende Anzahl an Wirbelsäulenoperationen betrachten sowohl Kostenträger als auch Ärzte durchaus mit Sorge. Das Zweitmeinungsverfahren gilt als probates Mittel, unnötige Operationen zu vermeiden, konservative Alternativen zu nutzen und Kosten zu senken. Eine neue Studie an Patienten, die sich im Rahmen einer ärztlichen Zweitmeinung gegen eine OP und für die FPZ Rückentherapie entschieden haben, stärkt jetzt die Befürworter des Zweitmeinungsverfahrens und die OP-Kritiker. Quintessenz: Ohne OP, dafür mit konservativer Therapie, fühlen Patienten weniger Schmerz und Krankenkassen verzeichnen Einsparungen.

Das Handout zur retrospektiven, multizentrischen Studie kann inklusive der Grafiken und der Literaturhinweise weiter unten abgerufen werden.

Zum Hintergrund

Bereits 1994 machten Dr. Paul Nilges und Prof. Hans Ulrich Gerbershagen im Report Psychologie auf die Problematik der steigenden Wirbelsäulenoperationen aufmerksam. Mit der weiterhin steigenden Zahl der Eingriffe gehen höhere Kosten einher. Gleichzeitig wird die Notwendigkeit vieler Operationen intensiv diskutiert. Denn ein operativer Eingriff führt bei vielen Patienten, im Gegensatz zu konservativen Therapien, nicht zu einer Verbesserung der Beschwerden. Dies spiegelt sich u. a. in den englischen NICE Richtlinien wider, in denen eine Operation als letztmögliche Option gesehen wird. In gleicher Weise werden chirurgische Eingriffe im aktuellen Konsensus-Statement des IOC beurteilt.

Teledoktor und Zweitmeinung

FPZ führt seit 2013 mit mehreren Krankenkassen ein Zweitmeinungsverfahren durch. Patienten mit einer OP-Indikation können sich bei einem Teledoktor melden, der nach einem Gespräch den Patienten an einen Zweitmeinungsarzt vor Ort weiterleitet. Dort wird eine erneute Anamnese durchgeführt. Der Arzt entscheidet vor Ort, ob der Eingriff tatsächlich sinnvoll oder eine konservative Therapie eine mögliche Alternative ist. Patienten erhalten dann die Möglichkeit, an der FPZ Therapie teilzunehmen. Interne Untersuchungen von FPZ aus dem Jahre 2014 an 137 Teilnehmern haben ergeben, dass 84 Prozent der Teilnehmer des Zweitmeinungsverfahrens tatsächlich von einer OP abgeraten wird. 78 Prozent davon entschieden sich aufgrund dieser Empfehlung gegen die Operation. 61 Prozent nahmen an der FPZ Therapie teil und gaben im Anschluss eine signifikante Verbesserung ihrer Schmerzen an.

Studie und Ergebnisse

In der aktuellen Untersuchung sind die Beschwerden von Zweitmeinungspatienten sowie deren Veränderungen durch die FPZ Therapie nun genauer untersucht worden. Dazu haben die Wissenschaftler sie mit einer Vergleichsgruppe in Bezug gesetzt, die regulär, das heißt nicht im Zusammenhang mit dem Zweitmeinungsverfahren, an der FPZ Therapie teilgenommen hat. Die Daten stammen aus dem Untersuchungszeitraum März 2013 bis Dezember 2017.

Im Untersuchungsfeld unterscheidet sich die Schmerzdauer vor der Therapie bei Patienten mit und ohne vorherige OP-Indikation nicht. Zweitmeinungspatienten litten also vor Therapiebeginn ebenso wie die regulären Arzt-Einschreiber über eine vergleichbare Dauer von rund acht bis elf Jahren an Rücken- und Nackenbeschwerden. Mit Hilfe der FPZ Therapie konnten beide Patientengruppen u. a. ihre isometrische Maximalkraft steigern und Schmerzparameter (Intensität und Regelmäßigkeit von Rücken- und Nackenschmerzen) senken. Was jedoch auffällt, ist, dass die Rückenschmerzregelmäßigkeit und die Nackenschmerzintensität bei Patienten mit vorheriger OP-Indikation sogar stärker gesunken ist als bei Patienten ohne vorherige OP-Empfehlung. Außerdem vermuten die Autoren der Studie bei Patienten, denen eine OP angekündigt wurde, eine bereits negativ beeinflusste Schmerzwahrnehmung durch psychologische Effekte und Katastrophisierung.

Fazit der Autoren

Laut den Studienautoren ergibt sich aus Sicht der Kostenträger aus den ökonomischen Parametern ein positives Bild des Programms zur OP-Vermeidung. Alle Kostenfaktoren könnten gesenkt werden. Die Ergebnisse zeigten, dass Operationen durch das Zweitmeinungsverfahren und die anschließende FPZ Therapie nicht nur vermieden werden könnten, sondern Patienten auch tatsächlich positive Effekte erführen, die vergleichbar mit denen von Patienten ohne vorherige OP-Indikation seien. Die Wissenschaftler betonen, dass in der Mehrheit nicht strukturelle Probleme als Gründe für den Schmerz vorlägen, sondern funktionelle Störungen. Diese könnten mit Hilfe der FPZ Therapie beseitigt werden. Viele Rücken-OPs seien damit nicht notwendig und Kostenträger könnten massive Kosteneinsparungen verbuchen.

Das Unternehmen FPZ erforscht, entwickelt und vermarktet wirksame Präventions- und Therapieprogramme zur individuellen Verbesserung der durch Bewegungsmangel verursachten Funktionsverluste und zur Steigerung der Lebensqualität von Menschen mit Rückenschmerzen.

Mit ihren kooperierenden Ärzten, Rückenzentren und Kostenträgern bildet die FPZ GmbH mit Zentralsitz in Köln ein bundesweites Netzwerk der Rückenexperten unter der Leitung des Sozialwissenschaftlers Dr. Frank Schifferdecker-Hoch. Bereits 1990 wurde mit der Entwicklung der analyse- und gerätegestützten Rückenschmerztherapie – FPZ Therapie – für Patienten mit chronischen oder wiederkehrenden Rücken- und/oder Nackenschmerzen begonnen. 1993 wurde das damalige Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ) gegründet. Die dort entwickelte, individuelle Therapie wird von Ärzten verordnet, von Therapeuten in FPZ Rückenzentren persönlich betreut und von aktuell mehr als 50 Kostenträgern erstattet. Das FPZ unterhält inzwischen eine einmalige Datenbank wissenschaftlicher Auswertungen zum Thema Rückenschmerz. // FPZ GmbH. GF: Dr. rer. soc. Frank Schifferdecker- Hoch. HRB 24453 Köln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Sammelbezeichnungen wie Ärzte, Mitarbeiter, Patienten, Wissenschaftler sind daher als geschlechtsneutral anzusehen.

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