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Neue Technologiepartnerschaft mit Lindera ermöglicht außerordentliches Versorgungsprogramm Osteoporose

Pressemitteilung   •   Okt 20, 2020 09:30 CEST

Diana Heinrichs - CEO und Gründerin von Lindera

Wie bereits in einer kurzen News am 14.10.2020 angekündigt, plant FPZ ein brandneues Versorgungsprogramm Osteoporose, gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V. (DVGS). Neben der Trainingstherapie im FPZ Therapiezentrum wird das Programm unter anderem eine hochmoderne Mobilitätsanalyse per App aus dem Hause Lindera beinhalten, die eine optimale Sturzprophylaxe ermöglicht. Im Interview berichtet Lindera Gründerin und CEO, Diana Heinrichs, wie ihre Firma entstanden ist, wie es zur Zusammenarbeit mit FPZ kam und was sie sich für die Zukunft des Gesundheitswesens wünscht.

Liebe Frau Heinrichs, bitte erklären Sie zunächst einmal Lindera in einer Minute.
Gerne. Mit den Lindera Mobilitätsanalysen per App analysieren wir die Risikofaktoren, die zu Stürzen im Alter führen und geben individuelle Empfehlungen zur Minimierung des Risikos. Das gelingt in drei einfachen Schritten:

1) durch die Aufzeichnung eines 30-sekündigen Videos vom Gang einer Person mit dem Smartphone,

2) mit Hilfe eines psychosozialen Fragebogens, der in der App ausgefüllt wird und

3) durch eine anschließende Analyse inklusive entsprechender Empfehlungen für individuelle Maßnahmen zur Sturzprävention.

Was genau kann Ihre App?
Wir können mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) die 3D-Bewegung über die einfache Smartphone-Kamera präzise analysieren. Unser Algorithmus für den 3D-Skelett-Avatar erkennt erstmals jeden notwendigen Bewegungsparameter auf den Millimeter genau. Dabei funktioniert unsere Technologie nicht nur zur Erkennung von Sturzrisikofaktoren. Auch für Hüft- und Knie-TEP können wir objektive, funktionelle Assessments nach ICF-Kriterien und Expertenstandards für eine messbare wie Ressourcen-schonende Genesung bieten – daran arbeiten wir aktuell.

Rückblick: Wann ist die Produktidee entstanden?
Wir verfolgen das Ziel, die Gesundheitsversorgung und Pflege mit intelligenten Technologien nachhaltig zu verbessern. Die Motivation dazu entstand ursprünglich durch die Pflegebedürftigkeit meiner Oma. Sie konnte bis zu ihrem Lebensende selbstbestimmt und mobil zu Hause wohnen – dank der Unterstützung der Familie und der häuslichen Pflege. Diese enge Betreuung steht aber nicht allen Menschen zur Verfügung. So kam die initiale Idee auf, digitale Technologien wie KI zu nutzen, um pflegebedürftige, in ihrer Mobilität eingeschränkte oder erkrankte Menschen zu unterstützen und ihnen Freiheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen. Das Ergebnis ist die Lindera Mobilitätsanalyse zur Sturzprävention. Auf technologischer Basis lösen wir in Zukunft weitere Probleme. Studien weisen immer wieder auf, dass 75 Prozent der Knie-OPs unnötig sind. Mit unseren präzisen Bewegungsanalysen wollen wir eine belastbare Zweitmeinung einbringen und Therapeutinnen und Therapeuten in ihrer Arbeit unterstützen.

Wer gehört zum Lindera Team?
Unser Team setzt sich aus Menschen mit verschiedenen persönlichen und fachlichen Hintergründen zusammen. Sie kommen aus der Datenwissenschaft, der Pflegewissenschaft, aus der Medizin sowie der Ökonomie. Diese Vielfalt ist wichtig, um bei der Entwicklung neuer Ideen unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen zu können. So fördert sie die Kreativität und treibt Innovation voran. Gleichzeitig ist Diversität notwendig, damit unsere technologischen Lösungen frei von Fehlern, falschen Korrelationen, unbewussten Vorurteilen und versteckter Diskriminierung bleiben. Denn meiner Meinung nach ist jede Technologie ein Spiegelbild ihrer Schöpfer und Systeme. Für den verantwortungsvollen Umgang mit KI haben wir daher viel Zeit in den Aufbau der richtigen Architektur für zuverlässige und skalierbare Entscheidungen investiert. Im stetigen Austausch der unterschiedlichen Disziplinen und Perspektiven können wir so nachvollziehen, wie KI ihre Entscheidungen trifft. So erhöhen wir gleichermaßen die Datenqualität wie auch das Vertrauen in innovative Technologien.

Wie haben Sie die finanziellen Herausforderungen gemeistert, die mit der Gründung sowie der Produktentwicklung und Produktrealisation verbunden waren?
Unsere Gründung und Entwicklung wurden früh von namhaften Krankenkassen begleitet. So sind wir als Ausgründung aus der Wissenschaft mit dem EXIST-Stipendium gestartet und konnten Kooperationen mit der AOK Nordost und Audi BKK als erste Kunden direkt anschließen. Führende Kassen wollten das Thema Stürze im Alter systematisch lösen. Damit entsteht aktuell einer der größten KI-Datenbanken, die speziell auf ältere, multimorbide Menschen spezialisiert ist. Für unsere weitere Entwicklung haben wir auch den Frühphaseninvestor Rheingau Founders gewonnen. Unsere Kooperationspartner und strategischen Investoren bringen Know-how aus vielen Branchen ein: Pflege, Gesundheit, Immobilien und IT. Ihre Expertise, ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in unsere Vision und Technologie haben uns seit der Gründung begleitet. So können wir gemeinsam aus Deutschland heraus einen weltweiten Standard setzen und Versorgungslücken schließen.

Was motiviert Sie jeden Tag aufs Neue?
Jeden Tag stelle ich bei der Arbeit und im Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer HealthCare-Start-ups fest, wie sehr die Branche in Bewegung ist. Die Digitalisierung im Gesundheitssektor ist überfällig – und wir haben die Potenziale und Innovationskraft dazu in unserem Land und in Europa. Allerdings, und das ist die große Herausforderung, sind wir stark davon abhängig, dass sich die historisch gewachsenen Strukturen der Branche öffnen und Innovationen zulassen. Es hilft uns natürlich, dass mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) die politischen Rahmenbedingungen geschaffen wurden.

Wie sind Sie auf FPZ gestoßen?
Dr. Frank Schifferdecker-Hoch kam während einer Fachveranstaltung mit folgenden Worten auf mich zu: „Unsere Vision ist es, bis 2025 unseren teilnehmenden Patienten mehr als 500.000 gesunde Lebensjahre zu ermöglichen.“ So hat alles begonnen.

Warum haben Sie sich für die Kooperation entschieden?
Meines Erachtens steht mit Dr. Frank-Schifferdecker-Hoch ein zupackender Visionär an der Spitze von FPZ. Visionär, weil er einen klaren, langfristigen und mutigen Plan verfolgt, wohin er die therapeutische Versorgung in Deutschland entwickeln will. Unserer Gesellschaft steht nicht nur ein Mangel an Pflegekräften bevor. Auch für die therapeutische Versorgung ist unsere alternde Bevölkerung mehr als ein Stresstest. FPZ ist zupackend, weil hier nicht nur Ideen gesponnen, sondern konkrete Lösungen auf der Basis aller Möglichkeiten, die das aktuelle System schon bietet, entwickelt und umgesetzt werden. Arztpraxen, Therapiezentren, Sanitätshäuser – niemand muss aktuell über einen Nachfragemangel klagen. Doch nur weil die Wartezimmer voll sind, können wir nicht ignorieren, dass unser aktuelles System an seine Grenzen gekommen ist. Das ist unbequem. Und das ist vor allem eine Aufgabe die Leidenschaft, Fachwissen und Mut braucht – für uns als junges KI-Unternehmen ist es daher ein starkes Zeichen, in die Partnerschaft mit FPZ zu gehen. Wir haben gemeinsam viel vor.

Was versprechen Sie sich kurzfristig, was langfristig, von der Zusammenarbeit?
Durch die Kooperation ermöglichen wir 205 Therapiezentren den Zugang zu einer objektiven Analyse der sturzrelevanten Mobilitätsparameter – digital, messbar und schnell. Unsere digitale Mobilitätsanalyse ist bei der Ermittlung der körperlichen Risikofaktoren nicht nur präziser als das menschliche Auge, sie lässt sich auch schneller umsetzen als analoge Verfahren und gleichzeitig automatisch in die elektronische Pflegedokumentation integrieren. Gemeinsam mit FPZ bringen wir digitale Innovationen so in die Patientenversorgung von Osteoporose-Erkrankten. Bei der Einbindung der Mobilitätsanalyse zur Sturzprävention in das FPZ Programm machen wir jedoch noch nicht halt. So entwickeln wir gemeinsam mit dem FPZ weitere digitale Angebote, um Therapieeinheiten zu verlängern und bessere Behandlungsergebnisse zu generieren. Außerdem planen wir auch weitere Volkskrankheiten gemeinsam anzugehen. Da steckt noch viel Potenzial in unserer (Technologie)Partnerschaft.

Wie bringen Sie Ihre Mission auf den Punkt?
In jeder Phase des Lebens wollen wir die Grenzen unserer Bewegungsfähigkeit verschieben – wir müssen im Alter nicht stürzen, wir können nach einer OP deutlich schneller genesen und wir können 75 Prozent der Knie-Operationen vermeiden. Auch können wir deutlich besser mit anderen Krankheiten wie Multipler Sklerose und Parkinson leben – wenn wir genau wissen wie: Mit präzisen, bezahlbaren Assessments per App.

Unser Mission ist daher: We push the limits of human motion in every phase of life to be painless, happy and healthy. Es ist unser Anspruch, aus Deutschland heraus weltweite Standards zu setzen.

Vor welche Herausforderungen wird die Krankheit Osteoporose die Gesellschaft in den nächsten Jahren stellen? Inwiefern spielen technische Innovation und KI dabei wichtige Rollen?
Aktuell leidet hierzulande geschätzt jeder vierte Mensch über 50 Jahre an Osteoporose. Insgesamt sind etwa acht Millionen betroffen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird die Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen. Die wachsende Anzahl von Patientinnen und Patienten und der gleichzeitige Rückgang von Therapeutinnen und Therapeuten wird unser Gesundheitssystem, wie wir es heute kennen, an seine Kapazitätsgrenzen bringen. Wir brauchen Lösungen in Prävention und Therapie, mit denen wir der steigenden Zahl Betroffener erfolgreich begegnen können. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei die Präzisionsmedizin, also die Anwendung von KI-Algorithmen zur Verbesserung der Patientenversorgung. Durch die schnelle und präzise Auswertung großer Datenmengen kann KI dazu beitragen, Gesundheitsrisiken schneller zu erkennen, die Patientenversorgung zu verbessern, medizinische Fachkräfte zu entlasten und Gesundheitskosten zu senken. Möglich machen dies Durchbrüche im Bereich des Maschinellen Lernens (Computer Vision) und der selbstlernenden Algorithmen. Wie wir mit digitalen Gesundheitsanwendungen in den kommenden Jahren umgehen, wird daher entscheidend sein für die Zukunft unseres Gesundheitssystems und unserer Gesellschaft. Mit dem DVG sind wir einen ersten Schritt in Richtung einer flächendeckenden Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) gegangen.

Wie wird Ihr Tool außerhalb der FPZ Kooperation eingesetzt (werden)?
Wir sind mit der Lindera Mobilitätsanalyse bereits bundesweit in Pflegeheimen live. Von Güstrow an der Ostsee mit dem Deutschen Roten Kreuz bis runter an den Bodensee mit der AWO gehören führende Betreiber zu unseren Kunden. Auch innovative Reha-Kliniken, wie die DianaKlinik in Bad Bevensen, haben unser digitales Assessment eingeführt.

Liebe Frau Heinrichs, vielen Dank für Ihre Zeit.
Die habe ich mir gerne genommen.

Über die Lindera GmbH
Die Lindera GmbH entwickelt Data Science-Lösungen für die Pflege und Gesundheitswirtschaft. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Kreuzberg wurde Anfang 2017 gegründet.

Für seine technologische Innovation und die Zusammenarbeit mit Krankenkassen wurde Lindera mehrfach von Fachjurys ausgezeichnet. Das Unternehmen hat den Demografie Exzellenz Award 2017, die Start-up Challenge in der Kategorie „Monitoring und Vernetzung“ auf der Altenpflege 2018, den Digital Health Wettbewerb der BARMER und den Start-up Award der Entscheiderfabrik auf der Medica 2018 gewonnen.

Über den DVGS e.V.
Der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. (DVGS) vertritt als Fachverband das Thema Sport-/Bewegungstherapie sowie Gesundheitssport. Der DVGS qualifiziert Bewegungsfachkräfte durch Maßnahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildung, unterstützt Wissenschaft und Forschung und fördert die qualitätsgesicherte Anwendung von sport- und bewegungstherapeutischen Erkenntnissen in der Praxis. Darüber hinaus ist der Verband kompetenter wissenschaftlicher Ansprechpartner für Fortbildungsanbieter, Leistungserbringer (Reha-Einrichtungen, Kliniken etc.), Kostenträger (Krankenkasse, Rentenversicherung etc.), Unternehmen oder politische Entscheidungsträger. Der DVGS vertritt rund 2.800 Mitglieder und ihre Interessen gegenüber Öffentlichkeit und Politik. Darüber hinaus hat er sich zum Ziel gesetzt, das Thema körperliche Aktivität und Bewegung in Deutschland im Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik fest zu verankern.

Über die FPZ GmbH
Das Unternehmen FPZ ermöglicht seit 1993 die nützlichsten Therapien, um die menschliche Muskulatur als körpereigene Apotheke zu aktivieren und den Menschen damit mehr gesunde Lebensjahre zu schenken.

Zum aktuellen Leistungsspektrum des Forschungs- und Präventionszentrums gehören Programme zum chronischen Rückenschmerz, Arthrose, Osteoporose und Sturzprophylaxe.

Die entwickelten Programme von FPZ reduzieren die Auswirkungen der großen chronischen Volkskrankheiten und erzielen breitbandspektrale Effekte auf körperlicher und mentaler Ebene, die die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen nachhaltig steigern.

Es werden ausschließlich Therapien zur Anwendung gebracht, die dem modernsten Stand der Wissenschaft entsprechen und den Nutzen zweifelsfrei bewiesen haben. FPZ versteht sich als Wissensbrücke aus der Wissenschaft in die praktische Anwendung, um Therapeuten und Betroffenen zu befähigen.

Bis 2025 will FPZ seinen teilnehmenden Patienten mehr als 500.000 gesunde Lebensjahre ermöglicht haben.

// FPZ GmbH. GF: Dr. rer. soc. Frank Schifferdecker- Hoch. HRB 24453 Köln.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Sammelbezeichnungen wie Ärzte, Mitarbeiter, Patienten, Wissenschaftler sind daher als geschlechtsneutral anzusehen.

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